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Was ist die Sünde im wahren Christentum?

 

 

Was ist die Sünde im wahren Christentum?

Um den christlichen Glauben zu verstehen, ist es zunächst wichtig, die Sünde zu begreifen. Sie ist schließlich das Herzstück des Christentums und bildet die Grundlage seiner Lehren. Doch obwohl sie tief in der Religion verankert ist, wird die Sünde oft am meisten missverstanden.

Dabei geht es nicht nur um moralisches Versagen oder einen ethischen Fehltritt; es ist die Geschichte der Abspaltung der Menschheit von Gott und der Grund für Christi Leiden und Opfer. Viele Christen tun sich schwer damit, Sünde genau zu definieren. Ist sie eine gebrochene Regel, eine fehlgeleitete Absicht, eine vernachlässigte Verantwortung? Oder ist sie all das und noch mehr?

Altes und Neues Testament haben viel über die Natur, den Ursprung und das Ausmaß der Sünde zu sagen. Letztlich wird das Bewusstsein eines Gläubigen für Sünde stark von seiner geistlichen Reife und persönlichen Überzeugung geprägt. Neugierig geworden? Klicken Sie durch diese Galerie, um mehr zu erfahren.

Das Problem mit der Sünde

Im Christentum gilt die Sünde als der zentrale Grund für die Trennung der Menschheit von Gott und machte Christi Opfer am Kreuz notwendig. Sie ist nicht nur ein Fehlverhalten, sondern ein Zustand der Menschheit, der göttliches Eingreifen erforderte, um die zerstörte Beziehung zwischen Gott und Mensch durch Versöhnung wiederherzustellen.

Herausforderndes Konzept

Obwohl Christen oft sündhaftes Verhalten erkennen, erweist sich die genaue Definition von Sünde als schwer fassbar. Es geht dabei um mehr als unmoralische Handlungen; Sünde umfasst ganze Einstellungen, Gedanken und Versäumnisse, die von Gottes Maßstab abweichen.

Das alte Testament

Im Hebräischen ist das Wort, das am häufigsten mit "Sünde" übersetzt wird, chatah, was auch "verfehlen" bedeutet. Viele Historiker und Theologen sind der Ansicht, dass dies die Sünde als das Verfehlen des angestrebten Ziels oder das Nichterreichen eines von Gott gesetzten Maßstabs beschreibt. Doch was genau verfehlt die Menschheit?

Die Torah

Theologen zufolge geht die Wurzel des hebräischen Wortes Torah auf den Bogenschießsport zurück, bei dem es darum geht, ein Ziel zu treffen. Daher wird die Torah als göttliche Anweisung verstanden, die die Menschheit zur Wahrheit Gottes führt und dabei hilft, das "Verfehlen" eines spirituellen Ziels zu vermeiden.

Ignorieren göttlicher Weisung

Wenn die Torah eine Anleitung ist, die die Menschheit mit Gottes Wahrheit in Einklang bringen soll, dann bedeutet Sünde die Ablehnung oder Vernachlässigung dieser Führung. Sünde wird damit zum Synonym für das Ignorieren göttlicher Weisung und das Abweichen von dem Weg, der zu Gott führt.

Das neue Testament

Das Neue Testament übernimmt das Sündenverständnis des Alten Testaments. Einige Stellen in diesem Teil der Bibel definieren Sünde als Gesetzlosigkeit oder Übertretung des Gesetzes. Damit wird bestätigt, dass die Verletzung von Gottes Geboten das Wesen sündhaften Verhaltens ist.

Griechisch

Schon die Griechen sahen Gesetzlosigkeit als Ursache der Sünde an. Im Griechischen bedeutet das Wort νομία (ausgesprochen anomia) "Gesetzlosigkeit", und die King-James-Bibel übersetzt es oft mit "Ungerechtigkeit". Das bedeutet, dass Sünde (unmoralisches oder unrechtmäßiges Verhalten) als gesetzeswidrig gilt.

Gesetz enthüllt Sünde

Als der Apostel Paulus den Brief an die Römer schrieb, bestätigte er, dass das Gesetz die Sünde erkennt. Ohne die Klarheit des Gesetzes blieben Menschen sich nicht bewusst, welche Handlungen, Wünsche oder Gedanken sündhaft sind. Das Gesetz macht die Sünde sichtbar und verständlich.

Begehren

Römer 7:7

 Was sollen wir also sagen? Ist das Gesetz Sünde? Auf keinen Fall! Genau genommen hätte ich die Sünde ohne das Gesetz nicht kennengelernt. Ich hätte zum Beispiel die Begierde nicht erkannt, wenn das Gesetz nicht gesagt hätte: „Du sollst nicht begehren.

verwendet das Beispiel des Begehrens, um dieses Prinzip zu verdeutlichen. Paulus sagt, er hätte Geiz nicht als Sünde erkannt, wenn das Gesetz sie nicht definiert hätte. Er war der Überzeugung, dass das Gesetz als Maßstab moralischer Klarheit dient.

Göttlicher Standard

Im Jakobusbrief unterstützt Jesu Halbbruder (der heilige Jakobus der Gerechte) diese Ansicht, indem er betont, dass das Gesetz Verhalten richtet. Schon ein teilweises Versagen (wie das Befolgen einiger Gebote und das Brechen anderer) macht einen Menschen vor Gott schuldig.

Moralischer Spiegel

Das Versagen in einem Teil des Gesetzes gilt als Verletzung des Ganzen. Das bedeutet, dass Sünde ganzheitlich ist. Es geht nicht um einzelne Handlungen, sondern um eine vollständige Abkehr von Gottes Ordnung und der Integrität, die sie verlangt.

Rebellion gegen Gott

Sünde ist mehr als das Brechen von Regeln; sie ist ein aktiver Widerstand gegen Gottes Autorität. Das Missachten seiner Gebote bedeutet, nicht nur göttliche Gesetze abzulehnen, sondern auch die Beziehung, die er zur Menschheit wünscht.

Dimensionen der Sünde

Sünde zerstört sowohl die göttlichen als auch die menschlichen Beziehungen. Die Zehn Gebote gliedern sich in Pflichten gegenüber Gott und gegenüber den Mitmenschen. Das Brechen einer dieser beiden Kategorien stört die von Gott beabsichtigte Harmonie zwischen den Menschen und ihren Gemeinschaften.

Doppelte Liebe

Die Struktur der Zehn Gebote soll zwei große Lieben widerspiegeln: die Liebe zu Gott und die Liebe zu den Mitmenschen. Diese bilden die Grundlage zum Verständnis aller Gebote und liefern zugleich einen Rahmen, um Sünde zu erkennen.

Jesus fasst das Gesetz zusammen

Jesus fasste das gesamte Gesetz mit zwei Geboten zusammen: Liebe Gott und liebe deinen Nächsten. Jede Sünde lässt sich daher auf ein Versagen in der Liebe zurückführen, sei es vertikal (zu Gott) oder horizontal (zu den Mitmenschen).

Eine Sache der Liebe

Vollkommene Liebe, wie Christus sie geboten hat, erfüllt das Gesetz. Sünde ist demnach alles, was den Anforderungen der Liebe widerspricht, sei es Hass, Nachlässigkeit, Respektlosigkeit oder Selbstsucht. Das Fehlen von Liebe wird zum Beweis von Sünde in Taten und Absichten.

Unterlassung

Doch damit ist die Definition von Sünde noch nicht abgeschlossen! Nach Jakobus ist Sünde nicht nur das, was wir tun, sondern auch das, was wir unterlassen. Das Wissen um das Richtige, verbunden mit dem Versäumnis zu handeln, ist für diese Person eine sündhafte Unterlassung.

Vernachlässigte Gebote

Schon das Vernachlässigen eines positiven Gebots (wie die Ehrung der Eltern) ist sündhaft. Wenn ein Mensch moralische Klarheit über sein Verhalten hat, gehört auch Untätigkeit zur Sünde. In Gottes Augen umfasst die Verantwortung gegenüber anderen sowohl passives als auch aktives Handeln.

Reife beeinflusst die Wahrnehmung

Manche Sünden hängen auch mit geistlicher Reife zusammen. Ein reifer Gläubiger, der über ein tieferes moralisches Verständnis verfügt, erkennt möglicherweise sündhafte Unterlassungen, die andere nicht als falsch wahrnehmen. Die Verantwortung wächst mit dem geistlichen Wissen.

Glauben verhindert Sünde

Römer 14:23 lautet:

 23  Hat er aber Zweifel, ist er bereits verurteilt, wenn er isst, weil er nicht aus Glauben isst. Tatsächlich ist alles, was nicht auf Glauben beruht, Sünde.

 "Denn alles, was nicht aus Glauben geschieht, ist Sünde." Im Grunde bedeutet das, dass Handlungen, die nicht aus Glauben heraus erfolgen, Sünde sind. Damit hängt Sünde mit persönlicher Überzeugung und dem Gewissen zusammen und legt nahe, dass Gläubige aus glaubensbasierter Zuversicht handeln müssen, nicht aus Zweifel oder Angst.

Breitere Definition

Im Matthäusevangelium verschärft Jesus die Auslegung der Sünde. Er schaut nicht nur auf das äußere Handeln eines Menschen, sondern auch auf innere Gedanken wie Begierde oder Hass. Seiner Ansicht nach können diese inneren Gedanken oder Einstellungen mit tatsächlichen Sünden gleichgesetzt werden.

Gedanken als Sünden

In Matthäus 5:28

Aber ich sage euch: Jeder, der eine Frau ständig so ansieht, dass er leidenschaftliche Gefühle für sie entwickelt, hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen.

sagt Jesus, dass begehrliche Gedanken dem Ehebruch gleichkommen. Seine Lehre besagt, dass Sünde im Inneren beginnt und selbst Einstellungen gegen göttliche Gebote verstoßen können. Letztlich spielt das Herz eine zentrale Rolle in der Sündhaftigkeit.

Fortwährender Kampf

Nach diesem christlichen Glauben ist der Kampf gegen die Sünde ein fortwährender, der sowohl innerlich als auch äußerlich geführt wird. Jeder Mensch muss sich auf eine innere Veränderung konzentrieren und darf sich nicht nur auf äußere Einhaltung beschränken.

Verlangen

Der Apostel Jakobus betrachtete Sünde als einen Prozess. Sie beginnt mit Gedanken, die wachsen und zu Handlungen reifen dürfen. Daraus entsteht Verlangen, das die Sünde gebiert. Wenn die Sünde voll entfaltet ist, führt sie zu Tod und geistlichem Verderben.

Kontrolle beginnt im Kopf

Um der Sünde zu begegnen, forderte der Apostel Paulus die Gläubigen auf, jeden Gedanken Christus untertan zu machen. Das Schlachtfeld der Sünde liegt vor allem im Geist und erfordert ständige Wachsamkeit sowie bewusste Hingabe an Gottes Autorität.

Der Geist

Nach Johannes 16:7–8 hilft der Heilige Geist den Gläubigen, Sünde zu erkennen. Der Geist wirkt als göttlicher Führer, der die Sünde behutsam aufdeckt und die Gläubigen zur Umkehr, Erneuerung und stärkeren Ausrichtung am Willen Gottes ruft.

Schriften korrigieren Sünden

Die Bibel verurteilt die Sünde nicht nur, sie bietet auch Korrektur an. Wie ein Schütze, der sein Ziel verbessert, werden Gläubige ermutigt, aus Fehlern zu lernen und durch die Schriften Gehorsam zu üben, die als Anleitung auf dem Weg zur Gerechtigkeit dienen.

Menschliches Versagen

Im Christentum wird menschliches Versagen als natürlicher Teil des Lebens angesehen. Das Verfehlen des Ziels ist nicht endgültig, denn Christus hat die Strafe dafür getragen. Dennoch wird in christlichen Kreisen deutlich gemacht, dass das Wissen um die Strafe für die Sünde nicht zu Gleichgültigkeit führen darf.

Menschlicher Charakter

Christen glauben, dass der Charakter eines Menschen nicht durch Perfektion, sondern durch die Bereitschaft, immer wieder das Ziel zu treffen, offenbart wird. Sie vertreten die Ansicht, dass geistliches Wachstum auf aufrichtigem Bemühen beruht und davon abhängt, wie sehr sich jemand auf diesen Weg einlässt.

 

weiteres folgt ......

 

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